Professor Mäuselwitz ist mal wieder unterwegs.
Mit seinem Forschernotizbuch unter dem Arm und der Lupe in der Tasche läuft er langsam über einen sonnigen Waldweg. Plötzlich raschelt es neben ihm zwischen den Blättern.
Husch!
Etwas Kleines verschwindet blitzschnell unter einem Stein.
„Oh mein Gott, was war das denn?“, flüstert Professor Mäuselwitz und bleibt sofort stehen.
Ganz vorsichtig wartet er.
Und tatsächlich: Nach einer Weile kommt ein kleiner Kopf zum Vorschein. Dann der Körper. Und schließlich vier winzige Beine.
Professor Mäuselwitz lächelt.
„Eine Eidechse!“
Doch da fällt ihm etwas ein.
„Moment mal. Vor ein paar Tagen habe ich doch eine Blindschleiche gesehen. Die sah irgendwie ähnlich aus. Aber wo sind bei der eigentlich die Beine?“
Das müssen wir genauer untersuchen!
KI-generiertEidechse oder Blindschleiche?
Auf den ersten Blick könnte man denken, eine Blindschleiche wäre eine kleine Schlange.
Aber das glaubt mir keiner:
Die Blindschleiche gehört zu den Echsen!
Sie hat sich im Laufe ihrer Entwicklung an eine Fortbewegung ohne Beine angepasst.
Eine typische Eidechse dagegen besitzt vier Beine und kann damit ziemlich flink über Steine, Baumstämme und den Boden laufen.
So kannst du beide unterscheiden
Eidechse:
🦎 besitzt vier Beine
🦎 hat einen langen Schwanz
🦎 bewegt sich flink über den Boden
🦎 sonnt sich gerne an warmen Stellen
🦎 kann ihre Augenlider schließen
Blindschleiche:
🌿 besitzt keine sichtbaren Beine
🌿 hat einen langen, glatten Körper
🌿 sieht deshalb ein bisschen wie eine Schlange aus
🌿 kann ebenfalls ihre Augenlider schließen
🌿 ist trotz ihres Namens nicht blind
„Aha!“, ruft Professor Mäuselwitz.
„Wenn ich Beine sehe, weiß ich also schon einmal, dass ich keine Blindschleiche vor mir habe.“
Warum heißt die Blindschleiche eigentlich „blind“?
Das ist eine richtig gute Forscherfrage.
Denn blind ist die Blindschleiche überhaupt nicht.
Der Name hat wahrscheinlich nichts mit dem Sehen zu tun. Er wird mit einem alten Wort in Verbindung gebracht, das „glänzend“ oder „schimmernd“ bedeutet.
Und wenn du eine Blindschleiche einmal genau beobachten kannst, weißt du auch warum: Ihre glatten Schuppen können wunderschön glänzen.
Bitte nur anschauen!
Professor Mäuselwitz schreibt noch einen besonders wichtigen Satz in sein Forschernotizbuch:
„Ein guter Naturforscher beobachtet Tiere, ohne sie zu stören.“
Wenn du eine Eidechse oder Blindschleiche entdeckst, bleib deshalb etwas entfernt stehen und beobachte sie in Ruhe.
Nicht anfassen, nicht verfolgen und natürlich niemals am Schwanz festhalten.
Denn Eidechsen und Blindschleichen können bei Gefahr einen Teil ihres Schwanzes abwerfen. Das hilft ihnen zwar bei der Flucht, bedeutet für das Tier aber trotzdem Stress.
Professor Mäuselwitz hat eine neue Forscheridee
Natürlich ist die Sache damit für Professor Mäuselwitz noch lange nicht erledigt.
Jetzt möchte er herausfinden:
Wo leben Eidechsen besonders gerne?
Was fressen sie?
Warum liegen sie so oft in der Sonne?
Und wie übersteht eine Blindschleiche eigentlich den Winter?
Das klingt verdächtig nach einem neuen Forschungsauftrag für Professor Mäuselwitz.
Denn genau darum geht es auch in meinen Büchern: Kinder sollen Natur nicht nur kennenlernen, sondern selbst Fragen stellen, beobachten, ausprobieren und entdecken.
Vielleicht begegnet dir bei eurem nächsten Waldspaziergang ebenfalls eine kleine Echse.
Dann schau genau hin.
Hat sie Beine oder keine Beine?
Professor Mäuselwitz wäre gespannt auf deine Entdeckung!
Kleine Forscherausrüstung für unterwegs
Wer selbst auf Entdeckungstour gehen möchte, kann sich wie Professor Mäuselwitz eine kleine Forscherausrüstung zusammenstellen. Eine Kinderlupe, ein Kinderfernglas, ein Forschernotizbuch, Bleistifte und Bunt- oder Filzstifte passen wunderbar in einen kleinen Rucksack.
Damit können Kinder ihre Beobachtungen aufschreiben oder später Eidechsen, Blindschleichen und andere Waldtiere zeichnen.
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